1.9.2018

Die Biathlon-Festspiele von Wiesbaden

Norwegischer Doppelsieg: Johannes Thingnes Bø und Marte Olsbu gewinnen Premiere des City-Biathlons

Wiesbaden. Die Puste geht, der Puls rast, die Knie vibrieren und nun soll das Schwarze der Scheibe getroffen werden. Bei der Premiere des City-Biathlons in Wiesbaden am 1. September 2018 war es für die Weltelite der Biathleten nichts anderes als beim Pendant im Winter – nur eben ohne Schnee und deswegen auf Skirollern. Und wo es für die Ski-Jäger normal durch Wald und Flur geht, hatten sie nun am 50-Meter Schießstand vor dem „Bowling Green“ die prachtvolle Kulisse des Wiesbadener Kurhauses vor Augen.

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Johannes Thingnes Bø war im zurückliegenden Winter der härteste Konkurrent von Martin Fourcade. In Wiesbaden konnte der dreifache Weltmeister aus Norwegen seinen Rivalen aber hinter sich lassen. Der Franzose hatte 49,6 Sekunden Rückstand und kam auf den dritten Rang. „Ich bin mit meiner Leistung eigentlich zufrieden. Ich hatte Problem beim Liegendschießen, aber beim Stehen war es ok. Der Start war nicht gut, aber ich kam immer besser ins Rennen und konnte mich verbessern. Doch der Kampf gegen Johannes und Erik war deswegen sehr schwer, weil die beiden unheimlich schnell feuern“, meinte der Franzose, der fünf Mal Olympia-Gold, elf Weltmeistertitel und sieben Gesamtweltcupsiege auf der Habeseite hat. Vor dem zweiterfolgreichsten Biathleten der Geschichte schob sich der Thüringer Erik Lesser. Der Doppel-Weltmeister von Kontiolahti war mit seinem zweiten Platz sichtlich zufrieden: „Das war hier nicht einfach. Bei so einer Geschwindigkeit, das macht man nicht alle Tage. Man hat keine Erholung. Dazu die Anstrengung beim Schießen. Trotzdem hoffe ich, dass der Veranstalter mich im nächsten Jahr noch einmal anruft, damit ich wieder dabei sein kann“, kündigte der zweifache Silber- Medaillen-Gewinner der olympischen Spiele von Sotschi sein Kommen bei einer zweiten Auflage an. Der Erste der Qualifikation hieß Lukas Hofer. Im Rennen landete der Italiener dann auf dem vierten Platz. Dahinter reihte sich mit Arnd Peiffer ein weiterer DSV-Athlet ein, der neben seinem Olympia-Gold im Sprint zudem noch eine Bronze-Medaille in der Staffel vorzuweisen hat. Der Schwede Fredrik Lindström holte sich in Pyeongchang eine goldene Staffel-Medaille. Beim City-Biathlon kam er auf Rang sechs, vor dem Schweizer Benjamin Weger. Dominik Landertinger brachte von olympischen Spielen bisher zwei silberne und zwei bronzene Medaillen mit – doch für ihn war beim City-Biathlon nur die rote Laterne drin. Mit 2:39.4 Minuten Rückstand rollte der Österreicher ins Ziel.

Ein Biathlon in der City – ohne dicke Jacke, Mütze und Handschuhe. Da scheint sich Marte Olsbu sichtlich wohlzufühlen. Die Norwegerin konnte nicht nur die Qualifikation für sich entscheiden, auch im Finale fuhr die zweifache Silber-Medaillengewinnerin von Pyeongchang als Erste über die Ziellinie. Dahinter folgte ein Gespann des Deutschen Skiverbandes. Denise Herrmann sicherte sich mit einem Rückstand von 2,9 Sekunden Position zwei. „Marte war schnell unterwegs, ich kam nie richtig in ihren Windschatten. Ich habe es versucht, aber dann gemerkt, dass es nicht reicht. Sie gewann auch in Pyeongchang nicht umsonst eine Silbermedaille im Sprit“, erklärte Herrmann. Hinter ihr belegte Teamkollegin Vanessa Hinz den undankbaren dritten Platz. „Es war eine anspruchsvolle Strecke. Man muss immer arbeiten und dranbleiben“, sagte 26-jährige Vanessa Hinz, die bislang drei Goldmedaillen bei Weltmeisterschaften gewinnen konnte. Auf Rang vier folgte die 35-jährige Mäkäräinen, die schon 23 Weltcup-Rennen und dreimal den Gesamt-Weltcup für sich verbuchen konnte. Dahinter reihte sich die Schwedin Hanna Öberg ein. Und nach der Einzel-Olympiasiegerin von Pyeongchang überquerte die Ukrainerin Yuliia Dzhima den Zielstrich. Elisa Gasparin aus der Schweiz und Fuyuko Tachizaki aus Japan fanden sich in der Endabrechnung auf den Plätzen sieben und acht.

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„Die Premiere ist gelungen. Wir hatten fantastisches Wetter und eine tolle Kulisse. Das, was wir tun konnten, das haben wir gut hinbekommen. Für Schnee ist Wiesbaden nicht bekannt, aber alles andere können wir – auch Biathlon, wie sich heute gezeigt hat. Ich habe es sehr genossen und ich denke, die Zuschauer auch. Von daher: Wir freuen uns auf eine Wiederholung“, sagte Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich. Auch für die Fans war es eine tolle Sache, denn die Zeit des Wartens auf den Saisonbeginn wird auf attraktive Weise verkürzt. Ein Umstand, den auch die Medien honorieren: So berichtete das ZDF mit zwei halbstündigen Live-Schaltungen von den jeweiligen Finalläufen. Die Wettkämpfe wurden bei den Damen und bei den Herren durch ein Qualifikationsrennen eröffnet.

Hier wurden zwei Runden gelaufen und auch zwei Mal geschossen. Im Finale mussten sowohl die Damen als auch die Herren sechs Laufrunden mit fünf Schießeinlagen absolvieren. Zwischen den Endläufen der Profis gingen beim Youngster-Rennen sieben Nachwuchsathleten des Hessischen Skiverbandes auf die Strecke. Nach drei Runden und zwei Schießeinheiten hatte hier Christopher Niggemann vor Sven Lohschmidt und Jan Lohschmidt die Nase vorne.

„Wir haben heute Spitzensport vom Feinsten erleben dürfen, den die Zuschauer mit einer tollen Stimmung und einer super Unterstützung würdigten. Hier messen sich die besten Biathleten in einer sympathisch, familiären Atmosphäre. Dabei huschen die Stars des Winters noch keinen halben Meter an ihren Fans vorbei. Das macht unter anderem den Erfolg dieser Veranstaltung aus“, erklärt Ralf Niedermeier. Und der Geschäftsführer der ausrichtenden n plus sport GmbH weiß, wovon er spricht. Seine Agentur hat schon den Vorläufer im saarländischen Püttlingen zehn Jahre lang erfolgreich veranstaltet. Die Stimmung bei der ersten Auflage des City-Biathlons war schon mal weltmeisterlich. Die Aktiven wurden von der vor der ausverkauften Zuschauertribüne am Schießstand mit einem ohrenbetäubenden Lärm empfangen. Jeder Schuss wurde zum Gemeinschaftserlebnis. Jeder Treffer wurde bejubelt, jeder Fehler zog ein langgezogenes „Ahhhh“ nach sich. Selten hat man die Helden des Winters so zum Greifen nah. Und in einer rund 278.000 Einwohner-Metropole schon gar nicht. Bis jetzt!

ERGEBNISSE

Herren

1. BØ, Johannes Thingnes (NOR) // 27:27.8 (+0.0)
2. LESSER, Erik (GER) // 27:53.4 (+25.6)
3. FOURCADE, Martin (FRA) // 28:17.4 (+49.6)
4. HOFER, Lukas (ITA) // 28:26.3 (+58.5)
5. PEIFFER, Arnd (GER) // 28:46.7 (+1:18.9)
6. LINDSTRÖM, Fredrik (SWE) // 29:11.1 (+1.43.3)
7. WEGER, Benjamin (SUI) // 29:33.1 (+2:05.3)
8. LANDERTINGER, Dominik (AUT) // 30:07.2 (+2:39.4)

ERGEBNISSE

Damen

1. OLSBU, Marte (NOR) // 32:04.0 (+0.0)
2. HERRMANN, Denise (GER) // 32:06.9 (+2.9)
3. HINZ, Vanessa (GER) // 32:34.8 (+30.8)
4. MÄKÄRÄINEN, Kaisa (FIN) // 32:49.7 (+45.7)
5. ÖBERG, Hanna (SWE) // 32:49.9 (+45.9)
6. DZHIMA, Yuliia (UKR) // 33:44.2 (+1.40.2)
7. GASPARIN, Elisa (SUI) // 34:31.5 (+2:27.5)
8. TACHIZAKI, Fuyuko (JPN) // 34:39.6 (+2:35.6)

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